Neue Schule

So, also die erste Woche an der Namlad School, der ersten von zwei neuen Schulen, liegt hinter mir. Auch diese Woche war schön und brachte einige neue Erfahrungen. Anders als zuvor vor 10-15 stand ich hier nun auf einmal vor knapp 30-40 Schülern. Dass es schwer ist da die gesamte Zeit die Kontrolle zu bewahren erklärt sich von selbst. Allerdings fühlt sich das Ganze mehr nach dem an, was wir als Schule kennen, wenn auch etwas lauter und ungeordneter. Die Grundstruktur ist die gleiche wie bei meiner ersten Schule, einfach mit mehr Schülern und mehr Lehrern, die hier teilweise auch spezialisiert sind und nicht die Gesamtheit alle Fächer unterrichten müssen. Allerdings ist das Sprachniveau der Englischlehrer wirklich bemerkenswert niedrig. Während eigentlich zahlenmäßig genügend Lehrer an den Schulen sind, gibt einem das dann doch das Gefühl, dass unsere Hilfe hier benötigt wird. Die Kinder sind auch hier richtig goldig und es macht Spaß mit ihnen Zeit zu verbringen 🙂

Erste Schultage und unerwartete Veränderungen

Eigentlich hatte ich vor an dieser Stelle ausschließlich von Erfahrungen aus meiner Schule zu berichten. Allerdings ist in den letzten Tagen einiges drunter und drüber gegangen. Probleme mit der deutschen Regierung rissen uns aus unserem gemütlichen WG-Zusammensein, denn anscheinend waren die meisten Freiwilligen nicht an die jeweiligen Schulen geschickt worden, für die sie offiziell eingetragen waren. Aus uns nicht wirklich verständlichen Gründen war das wohl ein derartig großes Problem, dass nun fast alle ihre Schule und einige von uns sogar die Stadt wechseln mussten. So besteht die WG jetzt nicht mehr in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung und man muss sich von neuem an Mitbewohner und verändertes schulisches Umfeld gewöhnen. Das alles brachte einigen Stress und schlechte Stimmung, doch nun hat man sich schön verabschiedet und mit den Veränderungen abgefunden, sodass die gesamte Gruppe und jeder einzelne bereit ist neu zu starten.

Auch wenn ich von jetzt an eine andere – genau genommen zwei Schulen in wöchentlichem Wechsel – besuche, will ich trotzdem von meiner ersten Schule erzählen.

Die Woche, die ich an der Bandoihang School verbracht habe, werde ich in guter Erinnerung behalten. Es ist eine recht kleine Schule mit 85 Schülern, von der 1. bis zur 6. Klasse. Nachdem ich die ersten Tage Zeit hatte mich umzuschauen und einzugewöhnen durfte ich schon recht bald meinen eigenen Unterricht gestalten. Das thailändische Schulleben ist interessant. Besonders die Verhaltensweisen der Schüler sind erstaunlich. Sie sind zum einen extrem laut und frech, zum anderen aber überaus pflichtbewusst und respektvoll gegenüber den Lehrern. Jeden Morgen und Nachmittag räumen sie das Schulgelände auf, beim Lunch wird den Lehrern das Essen serviert und der Abwasch gemacht, jeder Lehrer wird höflich gegrüßt und verabschiedet. Das Unterrichten ist durchaus eine Herausforderung, da die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder recht gering ist und die Englischkenntnisse der einzelnen Schüler sehr unterschiedlich sein können. Es erfordert Kreativität, den Unterricht zu planen, denn man versucht diesen möglichst spielerisch und interaktiv zu gestalten, will den Schülern aber gleichzeitig Wissen vermitteln. Letzteres ist besonders bei den jüngeren Schülern nur sehr eingeschränkt möglich, was zunächst frustrierend sein kann. So aber lernt man mit verschiedenen Situationen umzugehen und seine eigenen Ansprüche anzupassen. Alles in allem kann es sehr viel Spaß machen. Wenn man es schafft, die Schüler für etwas zu begeistern, dann springt die Energie auch auf einen selbst über und man ist einfach glücklich.

Erste Eindrücke

Ich bin jetzt seit fünf Tagen hier und bin glücklich und fasziniert von dem Land. Unser Haus liegt etwas außerhalb von Chiang Rai inmitten von grünen bewaldeten Hügeln. Die Unterkunft an sich ist sehr einfach aber bequem und die individuelle Einrichtung der Zimmer ist uns selbst überlassen. Abends sitzt man gemütlich auf der Gemeinschaftsterrasse und redet, spielt Spiele oder betrachtet den Nachthimmel.

Die ersten Tage haben wir damit verbracht nützliche Besorgungen zu machen und die Umgebung zu erkunden. Das bevorzugte Fortbewegungsmethode dabei ist generell das Trampen, denn in der Regel sind die Leute sehr nett und nach ein paar Minuten sitzt man schon zu zehnt auf der Ladefläche eines Pickup und genießt den Fahrtwind. In der Stadt ist dann immer genug los. Es gibt viele Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben.

Der Nachtmarkt zum Beispiel ist riesig und reich an allerlei billigen, schönen, kitschigen und leckeren Sachen. Generell ist es hier möglich mit relativ wenig Geld sehr zufrieden und mit vollen Tüten nach Hause zu gehen.

Wir alle haben nun auch schon unsere ersten Schultage hinter uns. Eindrücke davon werde ich demnächst auch hier ausführlich schildern 🙂

Hello there

Hey! Herzlich Willkommen auf meinem Blog 🙂

Für die, die mich nicht kennen: Mein Name ist Benni Helm, ich bin 19 Jahre alt und komme aus München.

Dieser Blog entsteht aus folgendem Grund: Ich werde ab August ein Jahr in Thailand, genau genommen Chiang Rai, verbringen und dort einen Freiwilligendienst absolvieren. Meine Eindrücke und Erfahrungen möchte ich gerne mit allen Freunden, Bekannten und Interessierten teilen, weshalb ich hier meinen Einsatz regelmäßig dokumentieren werde.

Gegen Ende des letzten Jahres, das Abi rückte immer näher, fing ich an mir ernsthafte Gedanken über die Zeit nach dem Abschluss zu machen. Studieren möchte ich zwar, kam aber so direkt nach der Schule noch nicht in Frage. Es sollte irgendeine Form von sinnvoller Auszeit, möglichst weit weg von zuhause, sein. So recherchierte ich, hörte mich um und freundete mich mit dem Konzept des Freiwilligendienstes an. Man hat eine konkrete Aufgabe, für die man ein Jahr lebt, lernt eine neue Kultur kennen, kann sich selbst weiterentwickeln und selbstständiger werden und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auch Menschen helfen. So fiel die Entscheidung mich bei der Organisation „Welt-Sicht/Hope for Life“ für einen Projektplatz zu bewerben. Mein Wunschziel war von Anfang an Südostasien gewesen, und so war ich sehr glücklich als mir mitgeteilt wurde, dass ich eine Stelle als Englischlehrer an einer thailändischen Grundschule bekommen würde. Hierbei werde ich als Absolvent des Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) vom Staat unterstützt.

Die Zeit danach verging wie im Flug. Es wurde sehr viel gelernt und sich gestresst, aber dann war das Abitur auch schon bestanden und man konnte sich dem Feiern und Entspannen widmen. Ziemlich bald stand dann aber schon das von Welt-Sicht/Hope for Life organisierte 12-tägige Vorbereitungsseminar im Schullandheim des kleinen Dörfchen Lützel an. Dort lernten wir – mehr als 30 Freiwillige – uns näher kennen, erfuhren was unser Einsatzort und wer unsere Mitbewohner sein würden, und bekamen von den unglaublich sympathischen, entspannten Seminarleitern Hannes und Simon eine Art Crash-Kurs in allen wichtigen Angelegenheiten für das Auslandsjahr und lernten viel über unsere jeweiligen Einsatzländer. Es ist wirklich verwunderlich, wie eng eine Gruppe innerhalb so kurzer Zeit zusammenwachsen kann. Wie gut man sich doch kennenlernt, wenn man zwei Wochen, auch aufgrund des sehr bescheidenen Freizeitangebots der Umgebung, aufeinanderhockt und immer neue kreative Arten miteinander Spaß zu haben finden muss. Da hilft es natürlich aber auch, dass es eine Gruppe gewissermaßen Gleichgesinnter ist, die alle das gleiche Ziel verfolgen und sich sozusagen für den gleichen Lebensweg entschieden haben. Das Seminar wird mir immer in sehr schöner Erinnerung bleiben und ich freue mich schon die ganzen Leute wiederzusehen und von ihren Erlebnissen zu hören.

Und nun rückt alles immer näher. Am 5. August beginnt ein neuer Lebensabschnitt für mich. Ein ganzes Jahr als Englischlehrer in Thailand, in einer WG mit 12 anderen Freiwilligen. Die Vorfreude ist riesig, auch wenn der Abschied von Familie und all den guten Freunden natürlich sehr weh tut. So richtig realisieren kann ich das ganze noch immer nicht. Das kommt dann wahrscheinlich wenn ich dort angekommen bin und es kein zurück mehr gibt.

Eins steht mit Sicherheit fest: es wird eins der aufregendsten Jahre meines Lebens. Und ich freue mich über jeden, der sich interessiert und mit dem ich meine Erlebnisse teilen kann. Deshalb bin ich auch jederzeit offen für Fragen oder allgemeines Feedback 🙂