Erste Schultage und unerwartete Veränderungen

Eigentlich hatte ich vor an dieser Stelle ausschließlich von Erfahrungen aus meiner Schule zu berichten. Allerdings ist in den letzten Tagen einiges drunter und drüber gegangen. Probleme mit der deutschen Regierung rissen uns aus unserem gemütlichen WG-Zusammensein, denn anscheinend waren die meisten Freiwilligen nicht an die jeweiligen Schulen geschickt worden, für die sie offiziell eingetragen waren. Aus uns nicht wirklich verständlichen Gründen war das wohl ein derartig großes Problem, dass nun fast alle ihre Schule und einige von uns sogar die Stadt wechseln mussten. So besteht die WG jetzt nicht mehr in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung und man muss sich von neuem an Mitbewohner und verändertes schulisches Umfeld gewöhnen. Das alles brachte einigen Stress und schlechte Stimmung, doch nun hat man sich schön verabschiedet und mit den Veränderungen abgefunden, sodass die gesamte Gruppe und jeder einzelne bereit ist neu zu starten.

Auch wenn ich von jetzt an eine andere – genau genommen zwei Schulen in wöchentlichem Wechsel – besuche, will ich trotzdem von meiner ersten Schule erzählen.

Die Woche, die ich an der Bandoihang School verbracht habe, werde ich in guter Erinnerung behalten. Es ist eine recht kleine Schule mit 85 Schülern, von der 1. bis zur 6. Klasse. Nachdem ich die ersten Tage Zeit hatte mich umzuschauen und einzugewöhnen durfte ich schon recht bald meinen eigenen Unterricht gestalten. Das thailändische Schulleben ist interessant. Besonders die Verhaltensweisen der Schüler sind erstaunlich. Sie sind zum einen extrem laut und frech, zum anderen aber überaus pflichtbewusst und respektvoll gegenüber den Lehrern. Jeden Morgen und Nachmittag räumen sie das Schulgelände auf, beim Lunch wird den Lehrern das Essen serviert und der Abwasch gemacht, jeder Lehrer wird höflich gegrüßt und verabschiedet. Das Unterrichten ist durchaus eine Herausforderung, da die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder recht gering ist und die Englischkenntnisse der einzelnen Schüler sehr unterschiedlich sein können. Es erfordert Kreativität, den Unterricht zu planen, denn man versucht diesen möglichst spielerisch und interaktiv zu gestalten, will den Schülern aber gleichzeitig Wissen vermitteln. Letzteres ist besonders bei den jüngeren Schülern nur sehr eingeschränkt möglich, was zunächst frustrierend sein kann. So aber lernt man mit verschiedenen Situationen umzugehen und seine eigenen Ansprüche anzupassen. Alles in allem kann es sehr viel Spaß machen. Wenn man es schafft, die Schüler für etwas zu begeistern, dann springt die Energie auch auf einen selbst über und man ist einfach glücklich.

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4 Gedanken zu “Erste Schultage und unerwartete Veränderungen

  1. Hallo Benni, wir verfolgen aufmerksam deinen Blog. Es macht richtig Spaß deine Texte zu lesen und wir können uns ein Bild von Thailand und deiner Arbeit machen. Die Photos sind auch klasse. Bei deinem letzten Text über die Schüler habe ich einige Ähnlichkeiten zu unseren Kindern entdecken können und wie schwer sich auch unsere Schüler oft mit Englisch abplagen. Da ist mir eingefallen ob es nicht nett wäre eine „Brieffreundschaft“ mit deiner Klasse und einer von meiner Schule zu organisieren? Was meinst du? Melde dich einfach, wenn dir die Idee gefällt. Ansonsten noch ganz viel Spaß mit den Kindern und auch so ;-). wir freuen uns schon auf die nächsten Berichte. Marion mit Familie

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