Freizeit in Thailand

Wir sind jetzt schon etwas mehr als einen Monat hier, das heißt, dass wir außerhalb der Schule, neben dem häufigen abendlichen Ausgehen, schon so einiges unternehmen konnten.

Zum Beispiel gab es sogar schon zwei gemeinsame Ausflüge zu verschiedenen Wasserfällen, von denen es hier in der hügeligen Umgebung einige gibt. Die Straßen dorthin sind weniger toll. Bei der Rollerfahrt muss man sich deswegen vor allem darauf konzentrieren, keins der vielen Schlaglöcher zu übersehen. Zu den Wasserfällen selbst wandert man dann gut 20 Minuten durch den Dschungel. Das ist wirklich interessant, weil die thailändische Natur sich doch sehr von der in Deutschland unterscheidet und man hier viele uns unbekannte Pflanzen und Tiere entdeckt. Als wir dann angekommen sind erwartete uns eine sehr idyllisches Szenerie, worauf wir auch gleich ins Wasser sprangen. 🙂

Unter der Woche haben wir dann einmal ein buddhistisches Meditationszentrum besucht. Das war nicht etwa ein Tempel, sondern wirklich eine riesiges, recht neu angelegtes Gelände mit verschiedenen Gebäuden und Gärten. Die wichtigste Person dort ist ein sehr bekannter Mönch, V. Vajiramedhi, der auch in der modernen Öffentlichkeit sehr aktiv ist (ca. 5,2 Mio. Facebook-Fans). In seinen Vorträgen für Besucher spricht er vor allem von Anwendung der buddhistischen Lehre in der heutigen Zeit. Von ihm wurden wir schließlich auch zum Essen und anschließender kurzen Meditationsübung eingeladen.

Letztes Wochenende dann war unser Haus in Chiang Rai nahezu komplett verlassen, da ein Teil der Gruppe nach Mae Sai und ich mit dem anderen nach Chiang Mai reiste. Chiang Mai ist doch schon ein anderes Kaliber als unsere Heimatstadt, die im Vergleich fast wie ein Dorf wirkt. In Chiang Mai wimmelt es von Touristen und allgemein Westlern, weshalb auch das öffentliche Leben sehr stark von den am Tourismus ausgerichteten Gewerben beeinflusst wird. Es gibt viel zu sehen: Märkte, Tempel, wenn man will auch Dschungel-Touren (werde ich wahrscheinlich dann das nächste Mal versuchen). Das ist alles sehr interessant, wobei allerdings der touristische Flair teilweise einen faden Beigeschmack hinterlässt. Trotzdem hatten wir eine Menge Spaß und auch ausgehen kann man in Chiang Mai ganz gut. 🙂

Neue Schule #2

Meine zweite neue Schule unterscheidet sich wirklich extrem von der ersten. Erst einmal ist sie winzig. Richtig winzig: 27 Schüler werden dort unterrichtet. Die größte Klasse ist die 5. mit 5 Kindern. 1. und 2. Klasse sind zusammengefasst, denn es sind zusammen nur zwei kleine Mädchen. Die Schulanlage an sich lässt vermuten, dass das nicht immer so war. Die ist nämlich eigentlich nicht kleiner als bei anderen Schulen, die von fünfmal so viel Schülern besucht werden. Da nun aber wahrscheinlich die Eltern ihre Kinder lieber an größere Schulen schicken, hat diese Schule, so traurig es ist, wohl leider keine allzu große Chancen noch lange zu bestehen.

Der normale Unterricht dort ist für uns erstmal ein wenig schockierend. Es gibt zwar Lehrer, die die Klassen betreuen, jedoch werden die Lerninhalte fast ausschließlich von Fernsehern übermittelt. Der Lehrer steht dann vielleicht ab und zu daneben und erklärt das vom Lernprogramm vorgebetete, aber das ist natürlich keine große Hilfe. Besonders der Englischunterricht besteht im Grunde nur aus Nachsprechen viel zu komplizierter Sätze, sodass eigentlich gar nichts davon hängenbleiben kann. Insofern können wir mit unseren Mitteln durchaus zur Besserung beitragen und ich denke den Schülern gefällt die kleine Abwechslung, die wir ihnen bieten können.